Für Sex zu bezahlen ist in weiten Teilen Europas legal. Was sich von Land zu Land unterscheidet, ist alles drumherum: ob sie in einer Wohnung arbeiten darf, ob zwei sich eine teilen dürfen, ob der Kunde sich strafbar macht und ob jemand das Ganze organisieren darf. Diese vier Fragen beantwortet die Tabelle unten.
Das ist eine Zusammenfassung der Lage, wie sie derzeit ist, keine Rechtsberatung, und dieses Feld ändert sich. Wo ein Land verlinkt ist, hat das Netzwerk eine eigene Seite mit den örtlichen Einzelheiten.
| Land | In einem Satz |
|---|---|
| Deutschland | Legal und seit dem Prostituiertenschutzgesetz 2017 reguliert. |
| Österreich | Legal, je Bundesland geregelt: Wien ist nicht Salzburg. |
| Schweiz | Seit 1942 legal und kantonal geregelt. |
| Niederlande | Seit 2000 legal und erlaubnispflichtig, als regulierter Beruf behandelt. |
| Belgien | Seit 2022 nicht mehr strafbar, seit 2024 mit Arbeitsvertrag. |
| Vereinigtes Königreich | Verkauf und Kauf sind legal; fast alles Organisierte drumherum nicht. |
| Frankreich | Verkauf ist legal, Kauf seit 2016 strafbar. |
| Monaco | Kein Gesetz, das es erlaubt, und streng kontrollierter öffentlicher Raum. |
| Spanien | Die größte Grauzone Europas: weder bestraft noch geregelt. |
| Portugal | 1983 entkriminalisiert und seither nie geregelt. |
| Italien | Lizenzierte Häuser 1958 geschlossen, seitdem ohne Regeln. |
| Griechenland | 1999 auf dem Papier legalisiert, mit kaum erfüllbaren Auflagen. |
| Zypern | Die Handlung ist erlaubt; die gesamte Struktur drumherum nicht. |
| Serbien | Ordnungswidrigkeit für sie und seit 2016 auch für den Kunden. |
| Kroatien | Ordnungswidrigkeit auf beiden Seiten; das Organisieren ist Straftat. |
| Slowenien | 2003 entkriminalisiert, ohne jeden Rahmen drumherum. |
| Vereinigte Arabische Emirate | Für beide Seiten strafbar, und die Strafen sind ernst. |
Land für Land
Deutschland
Sexarbeit ist in Deutschland legal und seit dem Prostituiertenschutzgesetz von 2017 reguliert. Wer legal arbeitet, hat eine Anmeldebescheinigung - den sogenannten Hurenpass - und war zur Gesundheitsberatung. Kaufen ist legal. Nicht legal, und konsequent verfolgt, ist Sex gegen Geld mit Personen unter 18, mit jemandem, der gezwungen wurde oder Opfer von Menschenhandel ist, und ohne Kondom dort, wo Land oder Stadt es vorschreiben. Mehrere deutsche Städte haben zudem Sperrbezirke, in denen Straßenprostitution untersagt ist und das Bußgeld beide Seiten trifft.
Österreich
Sexarbeit ist in Österreich legal und wird auf Landesebene geregelt - deshalb gelten in Wien andere Regeln als in Salzburg. Wer legal arbeitet, ist bei der Polizei registriert, hat eine Deckkarte und geht etwa alle sechs Wochen zur Pflichtuntersuchung. Kaufen ist legal. Unter 18 nicht, Zwang nicht, und Straßenprostitution außerhalb der erlaubten Zonen und Zeiten ist für beide Seiten eine Verwaltungsübertretung.
Schweiz
Die Schweiz hat eine der ältesten legalen Regelungen Europas: legal seit 1942, geregelt Kanton für Kanton. In Zürich muss man sich bei der Stadt anmelden und eine Bewilligung haben; der Kanton legt zudem Zonen und Zeiten fest. Kaufen ist ab 18 legal. Bezahlter Sex mit unter 18-Jährigen ist strafbar, auch wenn das allgemeine Schutzalter tiefer liegt, und Zwang oder Menschenhandel werden hart bestraft. Die Preise sind die höchsten Europas, der Vollzug eher ordentlich als spektakulär.
Die vier Modelle, im Klartext
Reguliert. Die Arbeit ist anerkannt, es gibt Anmeldung oder Erlaubnis, und Betriebe rundherum sind innerhalb der Regeln legal. Deutschland und die Niederlande sind die klarsten Beispiele.
Faktisch entkriminalisiert. Weder Verkauf noch Kauf sind strafbar, das Organisieren aber schon, also gibt es drumherum nichts Formales. Spanien und Italien liegen hier, auf je eigene Weise.
Freier verfolgt. Der Verkauf ist erlaubt, der Kauf strafbar. Frankreich ist der Modellfall in Europa.
Verboten. Beide Seiten machen sich strafbar, mit teils schweren Strafen. Die Emirate sind das Beispiel auf dieser Liste.
Die praktische Folge des dritten Modells wird meist übersehen: die Arbeit hört nicht auf, sie wird leiser, und leiser ist schlechter für die, die sie macht, weil das Prüfen eines Kunden schwerer wird, sobald dieser Kunde sich schon durch das Gespräch strafbar macht.




